Mein Leitstern

Seit ich denken kann, trägt mich eine Frage: Was ist die Wirklichkeit – nicht nur als Alltag und Umwelt, sondern als lebendiger Organismus, als Kosmos, in den wir eingebettet sind? Diese Frage wurde zu meinem Kompass. Sie hat mich zur Kunst geführt, zur Philosophie, und schließlich zu einer Bewegung, die ich heute „Porta Cosmica“ nenne. Vor vielen Jahren habe ich einem meiner Professoren versprochen, mein Leben der Suche und dem Studium des Seins zu widmen. Dieses Versprechen war kein Ziel, sondern ein Weg – und ich gehe ihn bis heute.

 

 

 

Frühe Jahre und die Entscheidung für die Suche

 

Nach meiner beruflichen Ausbildung und dem anschließenden Abitur prägten mich zwei Hochschulstudien : Lernen ist kein Besitz, sondern ein ständiges Öffnen der Fragen. Die akademische Form ist nur eine von vielen Wegen; mein Weg wurde zur beständigen, demütigen Suche. Ich habe früh verstanden, dass „Wirklichkeit“ mehr ist als das, was wir im Alltag sehen und messen. Das, was wir wahrnehmen, ist ein Ausschnitt – bedeutsam, ja, aber nicht das Ganze. Und so begann ich, mich nicht an rein visuellem zu orientieren, sondern an einer Lebenshaltung: der Suche nach dem Wesen der Wirklichkeit.

 

 

 

Kunst, Philosophie und die Sprache des Unsichtbaren

 

Ich bin freiberuflicher Künstler. Das heißt: Ich gebe meinen Fragen Form – in Texten, Bannern, Leitformeln, visuellen Modulen, die Menschen einladen zu verweilen, zu atmen, zu denken. Kunst ist für mich keine Dekoration der Wirklichkeit, sondern ihr Resonanzraum. Sie schafft Atmosphären, in denen das Unsichtbare spürbar wird. Gleichzeitig bin ich Philosoph – nicht durch Titel, sondern durch eine Haltung: Ich suche nach Weisheit, nicht nach Besitz von Wahrheit. Meine Arbeit bewegt sich dazwischen: Kunst, die denkt. Denken, das gestaltet. Ein Erzählen, das den Kosmos als lebendigen Organismus ernst nimmt.

Diese doppelte Praxis – künstlerisch und philosophisch – hat mich gelehrt, dass Worte und Bilder Brücken sind. Sie verbinden das Erfahrbare mit dem Erahnbaren. Wenn ich ein Banner entwerfe oder einen Satz verdichte, suche ich nach jener Form, die nicht nur informiert, sondern öffnet. Denn die Wirklichkeit, so glaube ich, will nicht nur erklärt, sondern erfahren werden.

 

 

 

Denkfabrik, Observatorium und das Porta Cosmica

 

Aus dieser Haltung entstand der Gedanke der „Porta Cosmica Bewegung“ – ein Ort, an dem Fragen nicht abgewehrt, sondern geehrt werden. Dort habe ich begonnen, meine Suche zu institutionalisieren, ohne sie zu verengen. Was folgen soll ist die Entwicklung der Porta Cosmica Institut gGmbH: ein Institut für die gemeinsame Suche nach dem Wesen der Wirklichkeit. Porta Cosmica ist für mich mehr als ein Name. Es ist ein Ruf: Der Kosmos hat Tag, hat Gegenwart, hat Licht – und wir sind Teil von ihm.

Im Porta Cosmica verbinde ich Forschung, Erzählung und Kultur. Ich gestalte öffentliche Leitformeln, die nicht mit Antworten prahlen, sondern die Richtung zeigen: auf der Suche nach dem Wesen der Wirklichkeit. Ich führe Gespräche, kuratiere Texte, ordne Bilder, und baue so einen Raum, in dem Menschen das Unsichtbare nicht für „abwesend“ halten, sondern als Mitgegenwart erfahren. Meine Aufgabe ist, diese Suche zugänglich zu machen – würdevoll, klar, und einladend. Ich glaube: Jeder Mensch hat ein Recht auf Einsicht, auf Staunen, auf Mitgehen.

 

 

 

Haltung: Demut, Gemeinschaft und das größere Ganze

 

Wenn ich „Suche“ sage, meine ich Demut. Die Wirklichkeit ist größer als ich, größer als wir. Sie ist nicht in meiner Hand; ich darf mich ihr nähern. Diese Demut ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn: Sie macht aus Erkenntnis keine Trophäe, sondern eine Bewegung. Ich verstehe meine Arbeit als Weggemeinschaft – ich gehe voran, ja, doch nicht als Besitzer von Weisheit, sondern als Initiator einer gemeinsamen Spur. Das Universum, wie ich es sehe, ist ein eigenständiger Organismus. Wir sind nicht neben ihm, sondern in ihm. Deshalb ist jede Frage, die ich stelle, auch eine Frage nach unserer Einbettung, Verantwortung und Verbundenheit.

Diese Haltung prägt meine Sprache. Ich bevorzuge Formen, die tragen – knapp, würdevoll, atmosphärisch. Ich weiß, dass Worte Gewicht haben. Ein einziger Satz kann einen Horizont öffnen. So wurde „Auf der Suche nach dem Wesen der Wirklichkeit“ zu meinem Leitstern. Nicht als Motto im Schaufenster, sondern als gelebte Richtung.

 

 

 

Heute: Künstler und Philosoph, Erzähler der Porta Cosmica

 

Nach über fünfzig Jahren des Nachdenkens, Lernens und Gestaltens sehe ich mich heute als Künstler und Philosoph, als Erzähler der Porta Cosmica. Ich entwerfe Räume der Resonanz, in denen Menschen das größere Ganze ahnen können. Ich arbeite modular, präzise, und doch mit Wärme. Ich halte die Würde der öffentlichen Sprache hoch, weil ich weiß: Sie berührt, und sie prägt Kultur.

Ich lade Menschen ein, Teil dieser Suche zu sein. Nicht als Publikum, sondern als Mitgehende. Wer fragt, geht. Wer staunt, öffnet. Und wer öffnet, beginnt zu sehen, dass Wirklichkeit mehr ist als der Ausschnitt, der vor uns liegt. Mein Versprechen an meinen Professor – die Suche und das Studium des Seins – trage ich weiter. Für mich, für dich, für alle, die den Mut haben, das Unsichtbare ernst zu nehmen.

Das ist mein Weg: Kunst, die den Kosmos atmen lässt. Philosophie, die Demut in die Sprache bringt. Eine Bewegung, die nicht behauptet, zu besitzen, sondern verspricht, zu suchen. Porta Cosmica – auf der Suche nach dem Wesen der Wirklichkeit.

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